Energie

Energiestudie: Europäischer Industrie droht Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit

📆 4.07.2024 🕑 12:17

| Emittent: Industriellenvereinigung |

Analyse unterschiedlicher Szenarien am europäischen Energiemarkt bis 2050 zeichnet ein dramatisches Bild für den europäischen Standort – Rasche Gegenmaßnahmen notwendig

Die jüngste Energiekrise hat erhebliche Schwachstellen in der Energieversorgung der EU aufgedeckt und die Energiekosten für europäische Unternehmen drastisch erhöht. Die hohen Energiekosten haben sich besonders nachteilig auf energieintensive Industrien ausgewirkt und deren globale Wettbewerbsfähigkeit und Produktionsniveau in Europa verringert. Die Gründe für den Verlust der europäischen Wettbewerbsfähigkeit lassen sich auf unterschiedliche Faktoren zurückführen. Die Europäische Union hat bis zuletzt ein umfassendes Regulierungsregime verfolgt. In den kommenden Jahren müssen mindestens 108 Gesetze und Initiativen des Green Deals auf nationaler Ebene umgesetzt werden. „Das bedeutet vor allem mehr Verpflichtungen und Vorschriften für europäische Unternehmen, während internationale Wettbewerber vor allem niedrigere Energiekosten und weniger Bürokratielast vorfinden. Der European Green Deal hat sich als Anti-Wachstumsdeal entpuppt“, so Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) anlässlich der heutigen Veröffentlichung der Studie.

Vor diesem Hintergrund hat Compass Lexecon hat im Auftrag von BusinessEurope unterschiedliche Szenarien am Energiemarkt bis 2050 und deren Auswirkungen auf die europäische Wettbewerbsfähigkeit analysiert. Die Ergebnisse zeichnen ein dramatisches Bild für den europäischen Standort und die Zukunft des produzierenden Sektors in Europa. 

Europa drohen im internationalen Vergleich zwei- bis dreimal so hohe Energiepreise
Nun ist der Zeitpunkt für ein Umdenken gekommen, denn ein massiver Verlust an Wettbewerbsfähigkeit droht. Die Analyse zeigt, dass in verschiedenen Szenarien die Energiepreise in Europa bis 2050 teils weit über dem Niveau von internationalen Wettbewerbern wie China, den USA oder Indien liegen werden. Ohne schnelle Gegenmaßnahmen drohen der europäischen Industrie zwei- bis dreimal so hohe Energiepreise als ihren internationalen Mitbewerbern. Selbst mit umfassenden Maßnahmen könnten europäische Betriebe rund 50-100 Prozent mehr für Energie ausgeben als amerikanische oder chinesische Industriebetriebe. „Die Produktion in Europa wird damit im Vergleich zu anderen Standorten wirtschaftlich unattraktiv. Die Deindustrialisierung Europas nimmt weiter an Fahrt auf“, so Neumayer. 

Rasche Gegenmaßnahmen für mehr Wachstum & Wettbewerbsfähigkeit
Europa und Österreich müssen die Rahmenbedingungen für mehr Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation schaffen. Ein entscheidender Hebel ist der massive Ausbau von erneuerbaren Energien und deren Infrastruktur. Dafür müssen jedoch beispielsweise entgegenwirkende Einschränkungen wie lange Genehmigungsverfahren und unzureichende Investitionen angegangen werden. Insbesondere klimaneutraler Wasserstoff kann zu einem zentralen Energieträger industrieller Prozesse werden. Dies erfordert grundsätzliche politische Offenheit für alle Arten von klimaneutralem Wasserstoff (blauer & türkiser H2). Auf europäischer Ebene müssen dafür jetzt die Weichen gestellt werden, da sonst ein kosteneffizienter Hochlauf unmöglich gemacht wird. Des Weiteren ist eine gründliche Überwachung der CBAM-Umsetzung von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass Carbon Leakage verhindert wird. Sollte sich CBAM als unwirksam erweisen, muss der Zeitplan zur schrittweisen Abschaffung von Gratiszertifikaten früh genug überdacht werden, um einen wirksamen Schutz gegen Carbon Leakage zu gewährleisten, und zwar so lange, bis andere geeignete Instrumente gefunden werden. „Ein dogmatisches Festhalten an Zielvorgaben, ohne auf die realen geostrategischen Entwicklungen und wirtschaftlichen Gefahren einzugehen, wäre ein großer Fehler. Wir brauchen eine neue Strategie für mehr Wachstum, Wettbewerb und Innovation in Europa.“, fordert Neumayer. 

Die heute präsentierte Studie finden Sie HIER.

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